Samstag, 8. September 2018

Trumps Tage sind gezählt

Gestern habe ich mir das irre Telefonat zwischen dem Watergate-Enthüller Bob Woodward und Donald Trump angehört. Bob Woodward hat ein Enthüllungsbuch über die Zustände im weißen Haus geschrieben. Es herrscht die Furcht in der Administration des Weißen Hauses. Und so heißt auch das Buch. Trump wirft Woodward in dem Telefongespräch vor, bei den Buchrecherchen nicht mit ihm gesprochen zu haben. Woodward entgegnet, dass er sechs bis sieben Leute in Trumps Umgebung gebeten habe, ihm ein Gespräch mit dem Präsidenten zu vermitteln. Trump bestreitet, dass ihn jemand angesprochen habe. Woodward erwähnt einen Senator, Trump sinngemäß: Ach ja der, der hat das mal irgendwann nebenbei erwähnt. Woodward hätte ihn jederzeit direkt anrufen können. Woodward sagt, er habe alles menschenmögliche versucht. So geht der größte Teil des Gespräches. Gegen Ende murmelt Trump mehrmals, " its gonna be a bad Book" und trägt dann geradezu weinerlich vor, welche Erfolge er alles erzielt hat: Florierende Wirtschaft, Rückkehr großer Unternehmen, höhere Beiträge der Nato-Partner und sofort. Das wiederholt er mehrmals und er wirkt wie Richard Nixon im Endstadium, den Bob Woodward einst mit seinen Kollegen Carl Bernstein gestürzt hat.

Und so kann es kommen. Der verlogenste und gefährlichste Präsident, den die USA jemals hatten, muss gestürzt werden. Er ist Amerikas größtes Problem und somit auch ein Problem für die Verbündeten Amerikas. Doch die Hürden sind hoch: Dem US-Präsidenten müssten Landesverrat, Bestechung oder schwere Verbrechen oder Vergehen nachgewiesen werden, der Senat müsste ihn mit einer Zweidrittel Mehrheit für schuldig befinden. In Artikel I Abschnitt 3 der amerikanischen Verfassung ist geregelt, wie ein Amtsenthebungsverfahren zu verlaufen hat.
Nixon ist damals der Amtsenthebung durch Rücktritt zuvorgekommen. Das Impeachment-Verfahren gegen Clinton nach seiner Lewinski-Affäre wurde knapp abgelehnt.

Trumps erratisches und lächerliches Regieren über Twitter, seine Personal"politik" und seine Provokationen reichen für ein Amtsenthebungsverfahren bei weitem nicht aus. Der Impeachment-Antrag des demokratischen Kongressabgeordneten Brad Sherman im Juli 2017 wegen Behinderung der Justiz im Zusammenhang mit der Entlassung des FBI-Chefs Comey, verlief im Sande.

Doch inzwischen hat auch die amerikanische Landbevölkerung ihren Glauben an Trumps Versprechungen verloren. In der letzten Umfrage fiel die Zustimmung der Landbevölkerung von 60 auf 45 Prozent. Und 60 Prozent der Amerikaner lehnen Trump inzwischen ab.
Die amerikanischen Medien sind nicht zahnlos geworden. Sie enthüllen immer neue unglaubliche Geschichten über Trump. Wer soviel lügt wie Trump, macht Fehler. Und die werden ihm zum Verhängnis werden. Irgend jemand wird den Schlüssel finden, mit dem diesem Präsidenten der politische Garaus gemacht werden und die Welt von einem Albtraum befreit werden kann.




1 Kommentar:

  1. Wenn ein investigativer Journalist um Zugang bettelt, statt Fakten mit atmosphärischem Kauderwelsch sein Buch füllt, dafür gelobt wird, dann wiederholt er all jene Fehler, die Trumps Wahlkampagne gefördert haben.

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