Mittwoch, 16. Mai 2018

Vorgerechnet: Wie Aktien die Rente schlagen

In einem meiner letzten Kommentare habe ich behauptet, dass Rentner Millionäre sein könnten, wenn ihre Beiträge in Aktien statt in die allgemeine Rentenversicherung geflossen wären. Deutschlands bester Finanzanalytiker, Volker Looman, hat das jetzt dankenswerterweise einmal durchgerechnet. Ich empfehle dazu dringend allen Politikern und insbesondere den Mitgliedern der neuen Rentenkommission die Lektüre seiner Kolumne in der FAZ: Hier nachzulesen (Link).

Bei seiner Rechnung hat ein Muster-Rentner in den vergangenen 45 Jahren rund 205.000 € eingezahlt. Dafür erhält er eine Monatsrente von etwa 1400 Euro. Hätte er seine Beiträge im gleichen Zeitraum in den DAX investiert, könnte er sich in den kommenden zwanzig Jahren monatlich 6.100€ auszahlen lassen. Dieser Betrag ergibt sich, wenn man sich den Wert der Aktien - nicht weniger als 1,462 Millionen Euro - auszahlen ließe und sich daraus 240 mal einen Monatsbetrag überweisen würde. Und das trotz diverser Börsenabstürze, politischer Krisen und dem Absturz des Neuen Marktes. Das muss doch die Politiker aufhorchen lassen!

Auch Looman empfiehlt einen Staatsfonds und schreibt dazu:
"Es ist ja nicht nötig, alle Rentenbeiträge in Aktien anzulegen, aber wie wäre es zum Beispiel mit einem Viertel, also 2,3375 Prozent des Bruttoeinkommens? Dann könnten sich die durchschnittlichen Rentner dieses Landes in 45 Jahren über sichere Bezüge von 1000 Euro und mögliche Zuschläge von 1500 Euro freuen, zusammen also 2500 Euro pro Monat."

Nun haben unsere Finanzpolitiker allerdings ein Interesse, das gerne verschwiegen wird. Irgendjemand muss ja unsere niedrigstverzinslichen Bundesanleihen kaufen, damit weiterhin Schulden gemacht werden können. Deswegen wurden Versicherungen und Pensionskassen gesetzlich gezwungen, den größten Teil ihrer Beiträge in Anleihen anzulegen - zu Lasten der Beitragszahler, deren Auszahlungen in den letzten Jahren permanent geschrumpft sind. Das bringt jetzt auch einige Pensionskassen in Schwierigkeiten, die von der Bundesaufsicht Bafin zunehmend mit Sorge beobachtet werden. Die gute Konjunktur erlaubt zwar derzeit, dass keine neuen Schulden gemacht werden müssen, Anleihen werden aber dennoch ausgegeben, um weiterhin hochverzinsliche Altschulden gegen niedrigverzinsliche Neuschulden umzutauschen. Damit hat der deutsche Staat in den letzten Jahren rund 160 Milliarden an Zinsausgaben gespart.

Wenn sich am Rentensystem nichts ändert, sollte jeder Berufseinsteiger unbedingt monatlich einen gewissen Betrag in global gestreute Aktienfonds - am besten kostengünstige ETF-Fonds - investieren. Und zwar mindestens 20-30 Jahre. Diese lange Frist gleicht die Börsenrisiken nach aller Erfahrung aus. Die Durchschnittsrendite globaler Aktienanlagen liegt langfristig bei 6 - 8 %. Damit lässt sich die künftige Rente dramatisch verbessern.

Angebote gibt es hier reichlich - aber wie gesagt, auf die Kosten achten: Mehr als 1 % des angelegten Betrages sollten als Gesamtkosten nicht akzeptiert werden. Hier können digitale Anbieter meist die günstigsten Depots anbieten.

1 Kommentar:

  1. Danke für den Beitrag und auch den Welt Artikel!

    Wäre schön, wenn die deutsche Bevölkerung bezüglich Aktien aufwacht und passive Aktien-Investments von der Politik gefördert werden (ähnlich wie in den USA mit den 401k Konten).

    Ich schreibe darüber auch seit einiger Zeit in meinem Blog Die Freiheitsmaschine und versuche aufzuklären.

    Wenn man das Thema verstanden hat und die eigenen Ausgaben im Rahmen hält, könnte eine durchschnittliche deutsche Familie z.B. entweder mit Mitte / Ende 50 in Frührente oder wäre alternativ mit Anfang 60 schon inflationsbereinigte Millionäre:
    http://freiheitsmaschine.com/2018/05/13/rente-mit-55-rente-mit-60-aktiendepot-sparquote-investieren-freiheit-fuer-familie-mustermann/

    Gruß und schönen Tag!

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