Freitag, 16. März 2018

Die Fußball WM in Russland sollte boykottiert werden

Es ist schon bizarr. Zwei Wahnsinnige führen zwei der drei größten Weltmächte. Donald Trump, der seine frühere Fernsehshow "You´re fired" zum Programm im Weißen Haus gemacht hat und Wladimir Putin, der sich muskelprotzend mit nacktem Oberkörper bei der Jagd fotografieren lässt, kritische Medien ausschaltet und international permanent mit dem Säbel rasselt.

Über Trump ist eigentlich schon alles geschrieben. Nun stehen Wahlen in Russland an, und schon jetzt steht fest, dass die Ära Putin noch nicht zu Ende ist. Putins Ziel ist "Make Russia Great Again".

Als geeignete Maßnahmen dafür hat er unter anderem entdeckt: Cyberangriffe, Destabilisierung westlicher Demokratien (zum Beispiel durch Bomben in Syrien, die jeden zweiten Syrer zum Flüchtling machten), Annektierung der Krim, Bedrohung der Ukraine, aktiver Krieg in Syrien, riesige Militärmanöver an den Ostgrenzen der NATO, neue Atomraketen - hab ich noch etwas vergessen? Ach ja, und jetzt die Nervengift-Attacke auf einen ehemaligen Doppelagenten und dessen Tochter in Großbritannien. Ein Nervengift, das nach Erkenntnissen der Briten in Russland entwickelt und erstmals seit Ende des zweiten Weltkrieges eingesetzt wurde. Das war nicht nur eine Attacke gegen Agenten, sondern eine Attacke gegen die NATO. Der skrupellose Einsatz von Nervengift kann auch ganze Armeen treffen.

Russlands Destablisierungsstrategie macht auch vor Deutschland nicht halt. Auf der einen Seite wächst Deutschlands Abhängigkeit von russischem Erdgas. Wenn wir den Übergang zur regenerativen Energie schaffen wollen, brauchen wir Erdgas. Und das liefert Russland mit Gazprom, dem ausgerechnet unser früherer Bundeskanzler Gerhard Schröder vorsitzt. Auf der anderen Seite mischt sich Putins fünfte Kolonne permanent im deutschen Internet ein. Wir erinnern uns an die offensichtlich von Russland ausgelöste Desinformationswelle nach einer nachweisbar erfundenen Vergewaltigung. Es kam heraus, dass irgendwo in Petersburg Hackerkolonnen sitzen, die als Trolle solche Gerüchte im Internet verbreiten, um die Ausländerfeindlichkeit anzuheizen und rechtes Gedankengut zu fördern. Die syrische Flüchtlingswelle, die durch die russische Bombardierungs-Unterstützung Assads losgetreten wurde, traf Deutschland am heftigsten. Ein Zufall? Putin überlässt nichts dem Zufall.

Die bisherigen Sanktionen haben Russland nicht gebremst und wirtschaftlich auch nicht besonders geschwächt. Einreiseverbote gegen bestimmte Personen und Firmen haben wenig gebracht.
Es wird Zeit, dass der Westen sich auf eine neue Eiszeit mit Russland einstellt, statt immer weiter zu hoffen, es werde noch alles gut. Für Putin ist das ein Zeichen der Schwäche. Der Westen sollte auf eine robustere Widerstandslinie und härtere Sanktionen einschwenken. Europa muss seine Streitkräfte modernisieren und zu einer gemeinsamen Sicherheitspolitik finden, die Russland von weiteren Abenteuern abhält. Es wird Jahre dauern, bis das umgesetzt ist, aber eine verrottete Bundeswehr ist sicher keine Abschreckung.
Schon jetzt aber sollte ein Zeichen gesetzt werden: Die Fußball-WM in Russland muss ohne die europäischen Nationalmannschaften stattfinden. Der Boykott ist notwendig. Das kann man den europäischen Fußballverbänden auch ohne deren Einsicht verordnen.



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