Dienstag, 23. Januar 2018

Ungleichheit ist wünschenswert!

Das DIW hat nun wieder eine Studie veröffentlicht. Danach besitzen 45 Superreiche genauso viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung. Im Spiegel lese ich die Schlussfolgerung: "Damit ist das Vermögen in Deutschland auch im europäischen Vergleich besonders ungleich zugunsten der Superreichen verteilt." Und einschränkend heißt es dann weiter: "DIW-Forscher Bach weist allerdings darauf hin, dass die Auswirkungen dieser Ungleichheit in Deutschland womöglich weniger negativ sind als anderswo. Denn auf der Reichenliste des manager magazin finden sich vor allem Unternehmerfamilien, viele davon typische Vertreter des Mittelstands."

Das ist doch schonmal interessant: Es handelt sich fast ausschließlich um Unternehmerfamilien, deren Vermögen in ihren Betrieben mit Tausenden von Arbeitsplätzen steckt. Es sind eben nicht die protzenden Geißens oder irgendwelche Erben, die ihr Geld verprassen.
Ärgerlich ist die immer wieder benutzte Plattitüde "Besonders ungleich verteilt"(Spiegel) - ein Klischee, das inzwischen nahezu alle Medien wie selbstverständlich übernehmen. Das bringt mich zu der Frage, was der Gleichheitsbegriff meint und ob Gleichheit generell wünschenswert ist.

Ja ich weiß, "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" war das Motto der französischen Revolution, in der amerikanischen Verfassung wurde die Gleichheit als Bürgerrecht erstmals festgeschrieben.
Und richtig, in unserem Grundgesetz ist die Gleichheit vor dem Gesetz zu Recht verankert. Chancengleichheit: Ja, natürlich. Jede Art von Diskriminierung ist zu vermeiden.
Aber wie unvorstellbar langweilig wäre die Welt, wenn sich der Wunsch nach Gleichheit überall ausbreiten würde. Gleiche Kleidung, gleiches Auto, gleiches Haus. Furchtbar.
Aber muss nicht wenigstens das Vermögen oder gar die Einkommen gleich verteilt sein?
Nein und nochmals nein! Der Ruf nach Vermögenssteuer und höherer Besteuerung von "Reichen" und Superreichen ist stets der scheinbar folgerichtige Schritt, wenn solche Statistiken vorgelegt werden.  Sarah Wagenknecht lässt grüßen. 
Tatsächlich meinen die ökonomische Modelle gar nicht dieses Ziel, wenn sie Verteilung messen. In Wikipedia lese ich dazu: "Viele Ungleichverteilungsmaße der sozialwissenschaftlichen Statistik orientieren sich an der Gleichheit der Einkommensverteilung, Vermögensverteilung und der Verteilung von Ressourcen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Gleichverteilung das „Ziel“ der Erfassung von Ungleichverteilungen sei. Im Bereich der materiellen Ungleichverteilungen existiert der Zustand völliger Gleichheit nur als Referenz für die Messung von Ungleichheiten in der wirklichen Welt."

Lasst uns einmal die Verteilungskurve zwischen Europa und Afrika aufzeichnen. Etwa 3/4 aller Afrikaner südlich der Sahara leben in Armut. Sie verdienen weniger als 2 Dollar pro Tag. In der EU sind es 75.  Wären wir Deutschen bereit, unser Geldvermögen von 5676 Milliarden Euro mit den Afrikanern zu teilen, damit diese Ungleichheit beseitigt wird? Kann ich mir nicht vorstellen, schon eher, dass immer mehr Afrikaner zu uns kommen, weil wir ihnen nichts abgeben. Es gibt so gesehen durchaus Anreize, den Afrikanern durch Investitionen und Bildung höhere Einkommen zu ermöglichen. Aber nicht, indem wir in Europa Steuern für die Unterstützung Afrikas einführen.

Eine dynamische Wirtschaft braucht Unterschiede und nicht Gleichheit. Die einen stürmen zur Spitze, die andern gehen pleite. Die einen schaffen Arbeitsplätze, die anderen bauen sie ab. Wettbewerb entsteht durch Unterschiede. Gleichheit ist ein Überbleibsel kommunistischer Ideologien. In Nordkorea herrscht ganz offensichtlich Gleichheit. Gleichheit kostet Freiheit.

Wir sollten aufhören Ungleichheiten zu beklagen. Das heißt nicht, dass man nichts umverteilen sollte.  Es gibt Armut, es gibt viel zu tun. Aber damit man umverteilen kann, muss man erst erfolgreich wirtschaften. Je reicher wir sind, desto mehr können wir tun. Je gleicher wir sind, desto weniger lohnt sich das Tun.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen