Freitag, 28. Juli 2017

Wir brauchen einen nationalen Zukunftspakt für unsere Autoindustrie!

In Deutschland gibt es derzeit über 15 Millionen Diesel-Autos. Das ist ziemlich genau die Hälfte aller Benziner, die hierzulande unterwegs sind. Allein im Juni wurden immer noch 127.000 Dieselfahrzeuge neu zugelassen.

Nun hat ein Stuttgarter Gericht der Stadt Stuttgart erlaubt, Dieselfahrzeuge aus dem Stadtverkehr zu ziehen. In England soll es ab 2040 überhaupt keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr geben. Und der Herr Verkehrs- und Mautminister hat inzwischen publikumswirksam einen Rückruf der Porsche-Cayenne-Dieselversionen befohlen, weil diese Autos mit jener üblen Abschaltsoftware ausgestattet sind, die nur auf dem Prüfstand Grenzwerte einhält. Obwohl dieses Ministerium wie kein anderes mit der Autoindustrie verbandelt ist.  Die Ereignisse überschlagen sich.

Unsere wichtigste Branche, unser größter Arbeitgeber , die Autoindustrie wird massiv unter Druck gesetzt. Selbst schuld? Wahrscheinlich ja. Aber wir brauchen auch Lösungen, die aus dem Chaos führen. Wir brauchen Aufklärung, technische Lösungen, wirksame Übergangsfristen und die Sicherung vieler Arbeitsplätze. Vielleicht muss man dann auch über eine Amnestie für alle Verfehlungen sprechen, wir können doch nicht die ganze Autoindustrie enthaupten.

Im Grunde müsste die Bundesregierung ein gigantisches Projekt aufsetzen: Wir brauchen einen nationalen Zukunftspakt für unsere Autoindustrie. Man erinnert sich an den Start der japanischen Exportoffensive in den siebziger Jahren. Berlin sollte die besten Experten Deutschlands zur Rettung unserer Autoindustrie zusammenrufen, alles interdisziplinär und schonungslos untersuchen und langfristige Lösungen erarbeiten. Am Ende steht ein Reset für die Autoindustrie, eine klare Perspektive, auf die man mit Innovationen hinarbeiten kann.
Ja, das wäre Industriepolitik, aber hier geht es letzten Endes um nationale Interessen. Das kann man nicht den Bürokraten der EU und schon gar nicht der amerikanischen Konkurrenz überlassen, das müssen wir selbst in die Hand nehmen.

Denn wer reibt sich die Hände?  Die Konkurrenten in den USA, in Japan, in Europa.

Und wer fragt eigentlich einmal nach, ob diese Grenzwerte überhaupt sinnvoll sind? Wieso redet keiner von den Lastwagen, die alle mit Diesel fahren? Wieso diskutiert niemand den viel geringeren Spritverbrauch von Dieselfahrzeugen und seinen Umweltentlastungseffekten. Und wer hat schonmal durchgerechnet, welche Energie-Bilanz die Umstellung auf Elektrofahrzeuge erzeugt? Was ist mit der Umweltzerstörung ganzer Naturlandschaften durch den Abbau von Lythium? Was ist mit der Entsorgung der Batterien? Und der Strom, ach richtig, der kommt ja aus der Steckdose. Mit regenerativer Energie allein wird das nicht funktionieren.

Ein Wahnsinn.

Ich möchte hier einmal zwei Kommentare zu meiner Kolumne in bilanz.de/WELT ("Schreibt die Autoindustrie nicht kaputt") zitieren:

Leser A: "Ein Tesla zerstört bis zu einer Fahrleistung von 160.000 km die Umwelt mehr als normales Auto. Die wird er aber wohl oft nicht erreichen, weil diese LiO Batterien nur 5-6 Jahre halten, wie jeder aus dem Alltag weiß. Ein Austausch der Akkus ist nicht möglich, da die Akkus überall im Auto rundrum verteilt sind und das viel zu teuer käme. Die Entsorgung riesiger Altakkumengen, wir reden hier über hunderte Kilo pro Auto (!) ist noch nicht mal entwickelt. Gab´s das nicht schon mal? Genau, bei den Kernenergieabfällen. Lithiumabbau ist eine Zerstörung der Umwelt schlimmster Sorte. Ich war 2012 wieder am Salar Uyuni in Bolivien. Eine Schande, wie dieses einmalige Naturszenario und Nationalpark ausgebeutet wird von dem kommunistischen Diktator Morales. Ich bin Arzt, nicht Ingenieur. Könnte ich abwägen, dann würde ich eher das Rauchen verbieten, als den Betrieb von Dieselmotoren. Das würde um den Faktor 1000 mehr Krebserkrankungen verhindern. Auch unser Sanka hier fährt mit Diesel. Und die ganze teils überflüssige Seecontainerfrachterei auch. Und das auch mit dem viel problematischerem, aber billigen Schweröl."

Leser B:"Ich glaube auch, dass Dieselskandal und auch jetzt die Kartellproblematik mächtig aufgebauscht werden. Worüber man nichts hört, ist z.B. die Verantwortung der Politik und da insbesondere die der Umweltpolitik. Wie kann es sein, dass unterschiedliche Schadstoffgrenzwerte definiert werden. Im Straßenverkehr sind z.B. 40yg/m3 Luft bei den Stickoxyden als Grenzwert definiert und in Büros dürfen es schon 950yg/m3 Luft als Maximale-Arbeitsplatz-Konzentration sein. Wenn man dann noch liest, dass die WHO die Werte auf der Basis statistischer Berechnungen festgelegt hat, es keine epidemologischen Untersuchungen gibt, die den errechneten Wert hinsichtlich seines Gesundheitsrisiko verifiziert und in Tierversuchen eine Reizung der Atemwege bei Ratten erst bei 8000yg/m3 Luft festgestellt wurde, dann fragt man sich, was die Hysterie soll. Wenn eine Dieselverbot kommt, dann müsste auch bei 40yg NOX pro Kubikmeter die betroffenen Büros geschlossen werden. Man sollte erst einmal wirklich relevante Grenzwerte in der Politik festlegen und die Grundlagen für die Betriebserlaubnis von PKW vernünftig regeln, bevor man mit Verboten kommt."


Der Spiegel dreht seine vorverurteilende Kartell-Story weiter und meldet, auch Bosch sei in die Affäre verwickelt. Die Kartellbehörden haben diesen angeblichen Monsterfall bis heute nicht kommentiert. So schreiben alle fleißig weiter vom Spiegel ab und die mediale Eskalation wird auf Flamme gehalten. Dann kommt umgehend eine Klage von "drei Kundinnen"(FAZ) aus Amerika und die Medien schreiben von möglichen Milliardenforderungen. In den USA werden Anwälte bekanntlich nach Erfolg bezahlt. Sie bekommen 30% vom zugesprochenen Schadenersatz. Deswegen sucht sich jede Kanzlei Klienten, die sich als Kläger hergeben. So wird eine Nachricht aus einer Spekulation,  die Agenturen und andere Medien kritiklos aufgreifen und den Droheffekt verstärken.

Es geht hier nicht darum, Verfehlungen schön zu reden. Aufklärung tut not. Aber wir sollten auch die Kirche im Dorf lassen. Dass die Verbrennung von Öl langfristig keinen Sinn macht, ist unbestreitbar.
Aber um das Richtige zu tun, brauchen wir viel mehr Fakten, bessere Messungen, keine Ideologie, Ich möchte Beweise sehen, dass der Ausstoß von Stickoxyden gefährlich ist. Ich möchte wissen, ob Elektroautos in ihrer Umweltbilanz Fortschritte bringen. Oder ob die funktionierende Brennstoffzelle nicht nur für U-Boote, sondern auch für Autos die bessere Lösung ist.



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