Mittwoch, 24. Mai 2017

Social Entrepreneure - die neuen Unternehmer

Gestern Abend habe ich auf Einladung des Family Office Deutsche Oppenheim das Social Impact Lab in Frankfurt besucht, das es seit 2014 dort gibt. Der Hauptsitz dieser Einrichtung ist in Potsdam. Ich hatte noch nie von "Social Entrepreneurs" gehört.

Social Entrepreneurs sind innovative Jungunternehmer, die mit ihren Startups innovative Ideen umsetzen, um ein gesellschaftliches Problem unternehmerisch zu lösen.
Im Social Impact Lab werden sie nach einem Pitch ausgewählt, finanziell gefördert und gecoacht, sozusagen auf Flughöhe gebracht, bis sie als selbstständige Unternehmen ihre Arbeitsplätze finanzieren und Einkommen generieren können, ohne eine darüber hinaus gehende Gewinnerzielungsabsicht oder das Ziel eines gewinnträchtigen Verkaufs.

Anfangs konnte ich mir gar nicht vorstellen, was soziale Innovationen überhaupt sind. Dann wurden uns einige Beispiele vorgeführt, die mich sofort begeistert haben. Es gibt dafür unterschiedliche Programme mit Sponsoren aus der Wirtschaft. "Ankommer", "Andersgründer", "Chancennutzer" und "Coworker". Ein starker Schwerpunkt ist die Integration von Flüchtlingen.

Erstaunlich, was hier geschieht. Zum Beispiel Linguedo: In Deutschland werden bis 2030 rund 350.000 Pflegekräfte in Krankenhäusern fehlen. Das Startup Linguedo hat laut Firmengründer herausgefunden, dass es in Italien rund 500.000 hochqualifizierte Pflegekräfte gibt (mit Studienabschluss), für die es zuletzt nur 50 offene Stellen gab. Viele von ihnen würden gerne nach Deutschland kommen, es fehlen jedoch die Sprachkenntnisse. Bisherige Kurse sind nicht auf die Sprachsituation im Krankenhaus ausgerichtet, teuer und ineffektiv. Linguedo löst mit seiner Erfahrung aus der eigenen Sprachschule dieses Problem mit einem kosteneffizienten und trotzdem extrem effektiven Blended-Learning Modell. Für die Einnahmen sorgt das Arbeitsamt, das die Qualifizierung bezahlt.
Ein anderes Projekt: Programmierer sind Mangelware. Im Social Impact Lab wird ein junger Flüchtling aus Eritrea, der noch nie einen Computer gesehen hat, zum vollwertigen Programmierer ausgebildet und anschließend vermittelt. Oder der Breakdancer aus Syrien: Er hat sich mit anderen Flüchtlingen zusammengetan, die irgendetwas Künstlerisches zu bieten haben und mit ihm gemeinsam Veranstaltungen bereichern.
Der Erfolg spricht sich langsam herum: Die letzten beiden Sieger des jährlich verliehenen "Deutschen Gründerpreises" (unterstützt von STERN, Porsche, ZDF und den Sparkassen) stammen aus dem Social Impact Lab, so Niederlassungsleiter Sebastian Martin.

Der Platz reicht hier nicht, um die zahlreichen Projekte anzusprechen: Von der Existenzgründung für Behinderte über die Resteküche bis hin zur Suchmaschine für nachhaltige Events. Im Social Impact Lab arbeiten viele von ihnen, essen gemeinsam mittag und bilden eine fröhliche Community
Die Menschen die ich dort traf, strahlten soviel Positives aus, die Begeisterung für eine gute Sache ist ihnen buchstäblich anzusehen.
Ein Besuch, der sich gelohnt hat.



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