Dienstag, 21. Februar 2017

Gesundheit - das kranke System

Heute war ich bei meinem Orthopäden mit Kniebeschwerden, die er super mit einigen Spritzen behandelt hat. Ich erzählte ihm von einem Freund, der seit einer Arthroskopie am Knie sehr starke Schmerzen hat - stärker als vorher.  Mein Orthopäde arbeitet konservativ und kommentierte meine Geschichte so: Für eine Arthroskopie erhält ein Arzt rund 1000 Euro. Behandelt er das Knie drei Monate konservativ erhält er 28 Euro pro Behandlung. Kein Wunder also, dass Orthopäden sehr schnell zur Arthroskopie greifen.
Das hört man überall. Wer in eine Klinik muss, erhält immer das volle Programm, denn die Maschinen müssen ja ausgelastet werden. Wer längere Arthrose im Knie oder in der Hüfte hat, dem wird recht schnell zu einem künstlichen Gelenk geraten. Zigtausenden Patienten wird ein künstliches Kniegelenk ohne wirkliche Notwendigkeit aufgeschwatzt, weil davon inzwischen eine ganze Industrie lebt. Die Orthopäden - mit Ausnahmen - sind die Schlimmsten. Mir haben sie eine - wie sich später herausstellte - völlig überflüssige Meniskusoperation gegen meine Knieprobleme verordnet. Ich werde mir vor meinem 80igsten Lebensjahr jedenfalls kein künstliches Gelenk einbauen. Mit Bewegung und gelegentlichen Spritzen geht es auch ohne.
Aber Scherz beiseite, das muss ja alles bezahlt werden. Das Aushandeln der Preise zwischen Kassen und Arztverbänden scheint nicht zu funktionieren. Es benachteiligt die engagierten, patientenorientierten Ärzte gegenüber den gewinnmaximierenden, apparateorientierten Doktores. Unser Gesundheitssystem ist krank. Wer kann es heilen?
Ich jedenfalls bin froh, dass ich nach neun Jahren endlich den richtigen Arzt gefunden habe.


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