Dienstag, 29. Dezember 2015

Deutschland ist reich und stark. Wir brauchen die Zukunft nicht zu fürchten.

Es gab viel Aufregung im vergangenen Jahr. Milliarden für Griechenland, Anleihenkäufe der EZB, Krisensitzungen in Brüssel, Terroranschläge, Flüchtlingszustrom, Pegida, AfD.
Und komisch, die Welt ist noch nicht untergegangen. Na dann muss sie wohl 2016 untergehen, folgt man den Unkenrufen "besorgter Bürger" und manchen vermeintlichen Rettern des Abendlandes in diesem Land.
Doch Deutschland geht es so gut wie noch nie. Warum eigentlich? Trotz Euro? Trotz Flüchtlingskrise? Trotz EZB? Trotz Brüsseler Dauerkrisen?
Man muss es gelegentlich mit Zahlen untermauern, um einmal die wahre Geschichte zu erzählen.

Keine Inflation, billiges Benzin, niedrige Arbeitslosigkeit, genug Geld in den Kassen.  43 Millionen Menschen sind in Brot und Arbeit. Unsere Sozialausgaben betrugen 2014 etwa 850 Milliarden Euro. Was für ein starkes, reiches Land sind wir, dass wir uns so hohe Sozialausgaben leisten können! 
Es geht uns gut, weil wir fleissig sind, weil wir arbeiten, sparen, investieren. Weil wir unseren Kindern Perspektiven bieten: Schule, Ausbildung, Studium.

Wir sind Exportweltmeister. Jeden Monat exportieren wir unsere Produkte für über 100 Milliarden Euro. Und wir kaufen auch jeden Monat Produkte unserer Handelspartner für über 80 Milliarden Euro und sichern dort Arbeitsplätze.

Unsere Schulen liefern neue hoffnungsvolle Generationen. Generationen, die digital aufgewachsen sind und sich in Wirtschaft und Gesellschaft einbringen. 433.000 Abiturienten allein im Jahr 2014. Und 1,35 Millionen lernten im gleichen Jahr als Auszubildende in den Unternehmen.

Über 2,7 Millionen junge Menschen studieren an unseren Universitäten. Viele Disziplinen haben Weltruf. Wir forschen wie nie. Wer vor einigen Wochen eine sensationelle Veranstaltung von Tagesspiegel und Zeit in Berlin besucht hat, wo 100 Professoren aus Berlin und Umgebung in 3-Minuten-Vorträgen ihren Beitrag zur Digitalisierung des Landes vorgestellt haben, dem muss die Zukunft zumindest wirtschaftlich keine Sorgen machen. 

Die Menschen in Deutschland kümmern sich. Rund 12 Millionen sind ehrenamtlich tätig. 590.000 Bürger und weitere 500.000 ehrenamtliche arbeiten in sozialen Einrichtungen der Caritas, um 12 Millionen Mitmenschen zu helfen.

Das sind doch alles gute Zahlen. Wenn es mal auf oder abwärts geht - na und? Unser Land hat keinen Grund zur Klage. Hier sind wir frei. Hier sind wir alles in allem sicher. Und hier haben wir den Vorzug einer insgesamt gut funktionierenden Demokratie.

Und letzteres ist das einzige, was mir Sorgen macht. Es gibt in Europa rechte Strömungen, die inzwischen nicht mehr zu vernachlässigen sind. Sie opponieren gegen alles: Gegen den Euro, gegen Brüssel, gegen "die Politiker", vor allem aber gegen die angeblich drohende "Überfremdung". Wer Angst macht, findet viel Gehör. Aber es gibt keinen Grund, vor den nächsten Jahren Angst zu haben. 

Angst hat noch kein Problem gelöst. Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Das gilt für den Klimawandel, für Krieg und Terror, für Hunger und Armut. Jeder kann sich da irgendwie einbringen, sei es ehrenamtlich, sei es beruflich, sei es politisch. Und wir sollten froh sein, dass es Politiker gibt, die sich engagieren, statt sie permanent als unfähig zu beschimpfen. 

Nun gut, die Zukunft ist ungewiss. Keiner weiß, was morgen passiert. Aber Ängste werden unsere Zukunft nicht gestalten. Ich freue mich auf das neue Jahr.








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen