Sonntag, 31. Mai 2015

Das Blatter-Phänomen: Die Machtlosigkeit der Medien

Deutschland gegen Blatter.  Und Blatter bleibt ganz locker. Hat sich schon mal jemand gefragt, warum alle Kritik an Blatter abprallt? Vermutlich ist es so: Wenn alle FIFA-Funktionäre korrupt sein sollten, dann würde sich jeder den schönen Neben-Verdienst verderben, der sich gegen Blatter stellt. In jedem Netflix-Thriller hätte der wahrscheinlich ein kleines Notizbüchlein, in dem genau vermerkt ist, wer wann wie viel Bestechungsgeld bekommen hat. Wie gesagt, reine Vermutung. Aber es mutet ziemlich mafiös an, was da vor sich geht. Vermutlich muss erst einmal das FBI mit den NSA-Aufklärungsdaten (da wären sie doch mal sinnvoll)  herausfinden, wer noch alles verstrickt ist, insbesondere, ob der Herr Blatter das Problem oder - wie er uns vermitteln will - die Lösung ist. Nun ist er also problemlos wiedergewählt worden.
Was lernen wir daraus? Das Blatter-Phänomen zeigt uns die zunehmende Machtlosigkeit der vierten Gewalt. Titelgeschichten im SPIEGEL oder anderen Medien stürzen keine Mächtigen mehr vom Sockel. Die zunehmende Fragmentierung und Schnelllebigkeit der Medienwelt, die das Internet ausgelöst hat, unterminiert die Macht der Vierten Gewalt.