Donnerstag, 24. Juli 2014

Pensionierte Beamte haben das größte Vermögen

Das Bundesamt für Statistik hat jetzt einen interessanten Beitrag zur Vermögensdebatte geliefert, den ich heute in der FAZ lesen konnte.
Es hat die durchschnittlichen Vermögen der Bevölkerung, sortiert nach sozialen Schichten, ermittelt. Es geht jetzt mal nicht um die Superreichen und die Superarmen, sondern um die Mitte unserer Gesellschaft. Am reichsten sind danach die pensionierten Beamten mit etwa 300.000 Euro Vermögen, das sich seit 2008 um 22 Prozent (!)  erhöht hat. Schöner Zuwachs, der mit der Wertsteigerung der Immobilien erklärt wird.  Auf Platz zwei folgen die Selbstständigen mit 257.000 Euro. Unverändert seit 2008.  Und auf Platz drei die noch arbeitenden Beamten mit 155.000 Euro, auch unverändert. Arbeitslose haben 18.000 Euro "Vermögen", Arbeiter 82.300 und Angestellte 112.000  Euro.
Bei diesen Zahlen muss ich polemisch an meine erste Kolumne in einem Berliner Verbandsfachblatt 1976 denken: "Warum sind Beamte länger krank?" Damals hatte die Barmer Ersatzkasse eine Statistik veröffentlicht, wonach Berliner Angestellte im Jahr doppelt so lang krank waren wie Selbstständige und Beamte doppelt so lang fehlten wie Angestellte: Selbstständige eine Woche , Angestellte zwei Wochen, Beamte vier Wochen. Ich vermute, das hat sich bis heute kaum geändert. Also: Beamte häufen bis zur Pension das größte Vermögen an, obwohl sie am meisten krankfeiern. Ihnen kann ja nichts passieren. Sie sind unkündbar und sie entwerfen auch noch die Gesetze, die ihnen alle Privilegien sichern. Kein Wunder, dass 50 Prozent der Hochschulabgänger am liebsten in den öffentlichen Dienst gehen wollen. Übrigens sind 80 Prozent der Beamten in den Ländern beschäftigt.So zahlt ein Land wie Baden-Württemberg jedes Jahr etwa 4,8 Milliarden Euro nur für Beamtenpensionen. In den kommenden 30 Jahren wächst das Pensionärsheer des Bundes laut Wirtschaftswoche um knapp 38 Prozent auf etwa 115 000. 2050 muss allein der Bund jährlich 8,7 Milliarden Euroallein für Pensionäre ausgeben. Auch bei ARD und ZDF entwickeln sich die Pensionäre zur Last: "Die Nettoaufwendungen der betrieblichen Altersversorgung haben 2013 bis 2016 mit 1,8 Mrd. € eine erhebliche Bedeutung für den Finanzbedarf", heisst es im 19. Bericht der KEF, die die Finanzen der öffentlich-rechtlichen Sender kontrolliert.

Zur Dimension hier ein älterer Bericht aus der "WELT":  "Wie das Bundesfinanzministerium bekannt gab, stiegen die Ausgaben für den Bund im Rahmen der Finanzierung der Vermögensleistungen für pensionierte Beamte der Post, der Bahn und im Bund im Jahre 2012 um mehr als 25,4 Milliarden Euro als im Jahr zuvor. Der neue Stand der Ausgaben Ende 2012 belief sich auf etwa 465,4 Milliarden Euro.  Neueste Kalkulationen des Bundesfinanzministeriums zufolge werden sich die Pensionskosten der Beamten, Richter und Soldaten im Bund in den nächsten Jahren auf 160,85 Milliarden Euro summieren. Die Pensionszahlungen der Beamten der Post werden auf etwa 141,97 Milliarden Euro und die der Bahnbeamten auf 62,76 Milliarden Euro ansteigen.

Also: Wir zahlen riesige Pensionslasten für Beamte und die haben das höchste Vermögen - und den höchsten Krankenstand. Na wunderbar. 




1 Kommentar:

  1. Habt Ihr was am Kopf ??
    Warum fehlen hier die Vermögen der Politiker und deren Versallen ??

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