Montag, 5. Mai 2014

Was einem Facharbeiter nach Steuern und Sozialabgaben übrig bleibt. Der Wahnsinn hat Methode.

Vielen ist nicht klar, wie viel von einem Bruttogehalt übrig bleibt: Ein Facharbeiter verdient als Single 3000 Euro brutto. Er muss das Einkommen entsprechend Steuerklasse I versteuern. Die Lohnsteuer beträgt rund 457 Euro. Der Soli 25 Euro. Die Kirchensteuer rund 40 Euro. Verbleiben 2478 Euro. An Sozialversicherungsbeiträgen (Kranken-, Renten-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung) werden ihm 613 Euro abgezogen. Den gleichen Betrag zahlt dann auch nochmal der Arbeitgeber. Der Arbeitgeber zahlt also statt 3000 etwa 3613 Euro. Beim Arbeitnehmer kommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben nur etwa 1860 Euro an, also ziemlich genau die Hälfte von dem, was der Arbeitgeber zahlt.
Nehmen wir an, der Facharbeiter zahlt 860 Euro Miete. Von den verbleibenden 1000 Euro gibt er 700 Euro für Konsum aus. Darin enthalten ist Mehrwertsteuer, Alkoholsteuer, Zigarettensteuer,  - schätzen wir mal das mal auf 150 Euro. 200 Euro legt er monatlich zur Seite, um zu sparen. Auf den spärlichen Zinsertrag zahlt er noch mal 25% Quellensteuer. Für seine Versicherungen zahlt er Versicherungssteuer, für sein Auto KFZ-Steuer.
Das ist doch Wahnsinn!
Die Sozialabgaben, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen zahlen, liegen jetzt bei 39,7 Prozent des Gehaltes eines kinderlosen Facharbeiters. Wie soll selbst ein gutverdienender Facharbeiter noch die Miete zahlen?

Wie Roland Tichy von der Wirtschaftswoche kürzlich bemerkte, sind die jährlichen (!) Steuereinnahmen des deutschen Staates seit 2005 von 450 auf 670 Milliarden gestiegen.
Das ist doch Wahnsinn. Sie steigen allein durch die kalte Progression von Jahr zu Jahr weiter. Irgendwann wird sich das rächen.



Kommentare:

  1. Ach und ich vergaß: Es kommen noch etwa 90 Euro Umlagen für die Krankenkassen hinzu;

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    1. leider noch mehr vergessen! Beispiel Bauhauptgewerbe: Mutterschaftsumlage U1, U2, Urlaubsgeldkasse - nicht erstattungsfähig ca 2,5%, Berufsgenossenschaft, dann auch noch: wir haben in Deutschland circa 40 Lohngruppen, hinzu kommen Schutzgeld, Gefahrenzulage etc. Ein guter Lohnbuchhalter ist für unter 8.000 €/Monat nicht zu bekommen!

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  2. Es ist wirklich erschreckend. Aber wir (die Masse der dt. Bevölkerung) lassen all das mit uns machen. Wir nehmen alles hin und wählen unsere Volksparteien ein ums andere Mal.

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