Samstag, 11. Januar 2014

Florian Homm: Hoch gestiegen, tief gefallen

Er war der Neffe von Josef Neckermann. Er hat in Harvard seinen MBA erfolgreich abgeschlossen. Er arbeitete bei Fidelity, dem Bankhaus Julius Bär, machte sich 1993 selbstständig und gründete dann einen Hedgefonds. Er rettete Borussia Dortmund mit 20 Millionen. 2007 kam sein Fonds unter Druck, er tauchte unter. Die Aktien seines Fonds ACM verloren 93 Prozent. Am 8.März 2013 verhaftete ihn die italienische Polizei. Jetzt droht ihm die Auslieferung in die USA. Und bekannt ist, dass Florian Homm schwer krank ist.
Mich machen solche Geschichten betroffen. Weil ihn die Medien lange gefeiert haben und ihn schließlich ohne eine Spur von Mitleid in den Abgrund stießen. Ja, sicher, Hochmut kommt vor dem Fall. Und viele Anleger haben ihr Geld verloren.
Ich denke  an die Risiken des Unternehmertums, an die Glückspilze und an die Pechvögel. Was manche reicht macht, macht andere arm.
Ein intelligenter, mutiger Unternehmer, der scheitert, ist nicht gleich ein Betrüger. Es ist leicht, im Nachhinein den Daumen zu senken, besonders, wenn man einen risikolosen Job hat. Erfolg und Misserfolg gehören zusammen. Wer absichtlich betrügt, gehört ins Gefängnis. Aber oft ist es eine Verkettung von Umständen, die am Ende zum Scheitern führt. Wir sollten die menschliche Seite nicht vergessen, auch für solche Leute wie Florian Homm.

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