Montag, 20. Januar 2014

Der Supergau des ADAC

Es herrscht Fassungslosigkeit - bei Journalisten wie bei der Autoindustrie. Wieder einmal kommt Hochmut vor dem Fall. Welche Hybris, zu glauben, dass die Manipulation der Leserwahl für das beliebteste Auto nicht heraus kommt.  Und wie peinlich das entschiedene Dementi nach der Veröffentlichung in der Süddeutschen Zeitung!
Dass so etwas möglich ist, kann nicht allein an einem Kommunikationschef liegen, der auch noch Chefredakteur des ADAC-Magazins war. Die gesamte Spitze des ADAC muss in Frage gestellt werden. Denn der ADAC gilt als die wichtigste und auch am meisten gefürchtete Verbraucherlobby in der Politik.
In der FAZ lese ich heute, dass vor Jahren schon einmal ein ganzer Autotest (Dacia) übel manipuliert worden ist. Ich habe das Gefühl, hier ist erst die Spitze des Eisbergs sichtbar geworden. Schon berichtet BILD, dass auch frühere Leserwahlen manipuliert waren. Es reicht nicht, wenn der Kommunikationschef zurücktritt und eine "interne Untersuchung" stattfindet. Der ADAC muss externe Prüfer beauftragen, die nicht nur die Wahl zum beliebtesten Auto, sondern auch andere veröffentlichte Tests unter die Lupe nehmen, beispielsweise die Pannenstatistik.
Monopolisten neigen zur Intransparenz. Das Monopol des ADAC wurde in vielen Titelgeschichten kritisiert, doch Kritik prallte immer am ADAC ab. Die jetzige Affäre wird den ganzen Laden in Frage stellen. Es werden Dinge herauskommen, die das bisherige in den Schatten stellen. Alle Medien sind jetzt unterwegs, und sie werden von vielen munitioniert. Nicht zuletzt von der Autoindustrie. Man darf gespannt sein.

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