Montag, 19. August 2013

Wahlkrampf

Irgendwie zünden die Bundestagswahlen nicht. Der Wahlkampf schleppt sich dahin. Die Umfragezahlen verändern sich seit Monaten kaum.  Es ist sowenig los, dass sich der Bundestag selbst zu Wahlaufrufen per Anzeige genötigt sieht - erstmals?
Schon bei den letzten Wahlen hatten wir mit etwa 70% die niedrigste Wahlbeteiligung seit Gründung der Bundesrepublik.

Wo stehen wir also: Hier eine Überblick über alle Wahlergebnisse:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ergebnisse_der_Bundestagswahlen

2009 verteilten sich die Stimmen 2009 so:
27. September 200970,9CDU/CSU 33,8SPD 23,0FDP 14,6 (ja!) Grüne 10,7Linke 11,9
Laut Emnid ergab die letzte Umfrage vom 18.August (Sonntagsfrage):
CDU/CSU: 40% - SPD 24% - FDP 6% - Grüne 12% - Linke 8%
Die Piraten kommen danach auf 4 und die Euro-Abschaffer AfD nur auf 1%.
CDU/CSU plus FDP wären 46%.
SPD plus Grüne wären 36% plus Linke wären 44%.
Das ist kein großer Vorsprung, aber es würde für schwarz gelb reichen.
Die SPD hat auf die Mitte gesetzt, und ist damit austauschbar gegen die sozialdemokratisierte Angela Merkel. Auch wenn mir eine Mitte-SPD lieber ist als eine Linken-SPD: Es war ein strategischer Fehler,
sich in der Mitte zu positionieren. Steinbrück ist zwar Mitte, aber die Partei ist eher links. Ein Bündnis mit den Linken wird auf Dauer nicht zu vermeiden sein. Gabriel wäre mit Sozialneid-Kampagnen erfolgreicher als Steinbrück. Der holt jetzt auch noch Schröder zu Hilfe, nachdem dessen erfolgreiche Agenda 2010 lange als Übel bekämpft worden ist.
Die FDP hat sich offensichtlich wieder berappelt. Rösler ist wieder da, Brüderle auch und Westerwelle setzt auf den seriösen Außenminister.
Im Fernsehen habe ich noch keine Wahlwerbung bemerkt. Stattdessen Canvassing und ewig dauernde 150-Jahr-Feier bei der SPD. Vielleicht liegt es an den Haustürbesuchen, dass man die die SPD kaum öffentlich wahrnimmt.
Angela Merkel setzt auf Langeweile, und das mit Erfolg. Selten so ein langweiliges Interview wie gestern im ZDF gesehen. 
Ich glaube, diese ganze NSA-Geschichte hat das Medienpulver so in Anspruch genommen, dass den Journalisten langsam der Wahlkampf-Stoff ausgeht. Was soll man denn auch noch berichten? Dass die Grünen sich als Steuererhöhungspartei profilieren möchten, ist ja bekannt. Sonst noch was wichtiges?



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