Dienstag, 27. August 2013

Die Akte Wulf

20.000 Seiten umfassen die Unterlagen, auf deren Basis die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Christian Wulff erhebt, den ehemaligen Bundespräsidenten.  Im Mittelpunkt der Anklage stehen ca. 750 Euro angeblicher Vorteilsannahme, für die Wulff ein Werbeschreiben an Siemens verfasst haben soll. 750 Euro gegen 20.000 Seiten Staatsanwaltschaft.
Das ist doch unglaublich. Wenn so wenig von den Vorwürfen übrig bleibt, haben wir es mit einem handfesten Behördenskandal zu tun. Und übrigens auch mit einem Medienskandal. Wir erinnern uns an BILD und Spiegel, die investigativ darum wetteiferten, Wulff zur Strecke zu bringen.
Das Gericht hat die Anklage zugelassen, aber die Staatsanwaltschaft Hannover hat sich schon vor Eröffnung des Verfahrens bis auf die Knochen blamiert. Sie hat eine politische Karriere zerstört, eine Ehe, und einen Menschen. Das ist nicht zu fassen. 750 Euro - und wie viel haben die Ermittlungen insgesamt gekostet, die 20,000 Seiten? Wulff hat viele Kommunikationsfehler begangen, aber er hat ein Recht darauf, fair behandelt zu werden wie jeder Bürger. Das war hier mit Sicherheit nicht der Fall. Das Gericht sollte ihm jetzt einen lupenreinen Freispruch gewähren. Alles andere wäre Irrsinn.


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