Montag, 10. Juni 2013

Burnout: Angebot schafft Nachfrage

In Wikipedia ist es nachzulesen: Burnout ist international nicht als Krankheit anerkannt, sondern gilt als Problem der Lebensbewältigung. Trotzdem ergab eine kürzliche Studie, dass die Zahl der Krankheitstage durch Burnout von 2004 bis 2011 um das 18fache gestiegen ist. Nachzulesen hier.
Von 4,6 Krankheitstagen je 1000 Mitglieder bei den Betriebskrankenkassen auf 86,9 Tage 2011.
Der Psychologe Markus Väth schreibt in seinem Blog dazu:
" Verstärkt wurde der Trend auch dadurch, dass ab 2010 die Massenmedien das Thema Burnout für sich entdeckten und in unterschiedlichster Form aufbereiteten. Kein Magazin, kein Fernsehsender ohne Burnout-Format, keine Frauenzeitschrift ohne Selbsttest.
In der Folge schossen Burnout-Dienstleister wie Pilze aus dem Boden: Coaches, Therapeuten, ganze Kliniken wurden neu gegründet (ich selbst hatte und habe einige entsprechende Einladungen vorliegen). Man wischte den Staub von den Akten, auf denen “Betriebliches Gesundheitsmanagement” stand. Ärzte-Weiterbildungen blühten, Bücher wurden geschrieben. " 

Man sieht: Angebot schafft Nachfrage!
Die FAZ hat das Wort "Burnout" 2012 auf Ihre Unwortliste gesetzt. Angeblich ist das Thema durch. 
Denkste: Titel heute bei Focus: Raus aus der Stressfalle - Neue Wege aus dem Burnout". Inklusive  Selbsttest - siehe hier
Nun, ich will mich darüber nicht lustig machen, aber es kommt mir spanisch vor, dass die Zahl der Krankheitstage sich seit 2004 dermaßen vervielfacht hat. Ein Leser schreibt dazu in Focus: Zum Burnout gehören immer zwei - einer der mobbt und einer der sich mobben lässt. 
Das scheint mir die richtige Spur zu sein. 


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