Dienstag, 5. März 2013

Ist der Ex-Bundespräsident Wulff unschuldig?

Im Spiegel ist zu lesen, dass sich die Vorwürfe gegen unseren früheren Bundespräsidenten mehr und mehr in Luft auflösen. Es ist schon ein Irrsinn, dass sich ein Dutzend Ermittler monatelang hinsetzen, um herauszufinden, ob ein Filmfinanzier namens David Groenewold eine Hotelrechnung für Herrn Wulff  übernommen hat oder nicht. Und ob er eine falsche Aussage gemacht hat oder nicht. Wulff ist zurück getreten, seine Frau ist ihm weggelaufen und einen neuen Job scheint er auch noch nicht zu haben.
Was passiert eigentlich, wenn am Schluss das Verfahren eingestellt wird? Nichts passiert dann. Spiegel und BILD werden sich nicht entschuldigen, Wulffs Frau wird nicht zu ihm zurück kehren, Apanage, Büro und Fahrer werden weiter bezahlt.
Viel Lärm um nichts? Nach allem was man vor einem Jahr lesen konnte, war der Rücktritt unumgänglich. Nur stimmte anscheinend nicht, was man lesen konnte und was alle voneinander abgeschrieben haben.
Gibt es sowas wie eine Hetzjagd, Kampagnen-Journalismus? Bewusstes Fertigmachen oder sich gegenseitig aufheizen? Ist der Medienwettbewerb jetzt so hart, dass es auf Wahrheit nicht mehr ankommt?
Müssen daraus nicht Konsequenzen gezogen werden, gerade von denen, die ständig das Wort vom "Qualitätsjournalismus" im Mund haben?

Kommentare:

  1. Seit dem Verlagsmanager am Werk sind, die sich mehr für ihre Excell-Tabellen als für den journalistischen Inhalt interessieren, die vorher in der Chemie-Branche gearbeitet haben und danach am besten in den Vorstand eines Dax-Konzerns einziehen wollen, ist es mit dem Qualitätsjournalismus bergab gegangen...und das hat dazu geführt, dass viele wirklich gute Journalisten den Job nicht mehr machen wollten, weil sie nicht alle Ideale auf Dauer über Bord werfen wollten - schon die geringe Bezahlung lockte niemanden in den Beruf und wenn die Ideale auch noch schrumpfen, bleiben in den Redaktionen nur die eitlen Leute, die ihren Namen irgendwo abgedruckt sehen wollen, aber denen die Qualität sch...egal ist

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  2. Vielleicht liegts auch daran, dass so gut wie nie die besten Journalisten zu Chefredakteuren werden, sondern diejenigen die sich gut bei der Geschäftsführung einschleimen, organisieren und Menschen "antreiben" (nicht zu verwechseln mit motivieren!) können... sowas nennt man in der Wirtschaft "das Peter-Prinzip" :-)

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