Sonntag, 6. Januar 2013

Öffentliche Verschwendung

Zwei Aufmacher fallen mir heute auf: Das Handelsblatt deckt auf, wie sich die neuen haushalts- und betriebsstättenbezogenen Rundfunkgebühren krakenhaft über Verbraucher und Unternehmen legen. Laokoon lässt grüßen!  Die FAZ deckt auf, dass Ökostromerzeuger im  vergangenen Jahr 20 Milliarden Euro von den Stromverbrauchern bezogen haben, den erzeugten Strom aber lediglich für 2,9 Milliarden verkauft haben. Die Differenz zahlt der Verbraucher.
Die Heimlichkeit, mit der ARD und ZDF ihre Ausgaben verbergen, spricht Bände. Dass öffentlich rechtliche Sender mit ihren Gebühreneinnahmen Fußballrechte einkaufen, während private Sender die gleiche Leistung mit Werbung finanzieren können, ist allein schon ein Skandal.  Die Aufsichtsgremien  in Form "gesellschaftlich relevanter Gruppen" sind offensichtlich so korrumpiert, dass sie das alles mitmachen.
Unglaublich, dass eine Einzelhandelskette jetzt für jede Betriebsstätte Rundfunkgebühren zahlen muss. Und dass Verlage die Expansion der Öffentlich Rechtlichen im Internet - eine tödliche kostenlose Konkurrenz - auch noch mitfinanzieren müssen. Aus der Rundfunkgebühr ist eine banale Steuer geworden. Kein Land zahlt seinen Staatssendern soviel Geld wie Deutschland. 1,4 Milliarden kostet inzwischen die üppige Altersvorsorge pro Jahr. Man spricht von über 14 000 Pensionären, die schon jetzt zu "versorgen" sind.
Der öffentlich rechtliche Auftrag ist inzwischen outgesourced. Darum kümmern sich Tochterunternehmen wie 3Sat und Phönix. Die Hauptsender steuern noch Nachrichten bei und konzentrieren sich ansonsten auf Krimis, Unterhaltungsshows und Sport.
Das alles nenne ich öffentliche Verschwendung.

1 Kommentar:

  1. Das wirklich Traurige ist doch: Jeder weiß es, jeder regt sich darüber auf, aber es ist offenbar unmöglich, etwas daran zu ändern. Eigentlich geht das doch schon seit Jahren so. Jedes andere Unternehmen muss wirtschaften. Nur unsere öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten nicht. Reicht das Geld nicht, werden halt im nächsten Jahr die Beiträge erhöht. Ein Fass ohne Boden. Und niemand (in der Politik) denkt auch nur im Traum daran, dem einen Riegel vorzuschieben. Ich vermute mal, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

    Lg, A.

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