Sonntag, 11. November 2012

Wenn Unternehmen Journalisten einladen

Das "Investigativ-Team" unter jörg Eigendorf hat zugeschlagen. Eigendorf enthüllt in der heutigen Welt am Sonntag Journalistenreisen des  Stahlbauers Thyssen nach Südafrika und China.
Flugreisen 1. Klasse usw.
Nun, vielleicht haben Verlage inzwischen wieder so viel Geld, dass sie die Kosten für solche Reisen wieder selbst bezahlen können.
Der Punkt ist aber, dass Journalisten, die sich nicht mehr einladen lassen, sich in ihrer Arbeit selbst beschränken. Sie nehmen dann nur noch noch inländisches wahr,  sie haben keinen direkten Draht zum Vorstand und sie spekulieren mehr als sie wissen.  Ob sich ein Journalist durch eine schöne Reise zum Schönschreiben verleiten lässt, wage ich zu bezweifeln. Als Chefredakteur von Capital habe ich Einladungsreisen zugelassen und auch selbst angenommen. Nur so habe ich Vorstände intensiv kennen gelernt und  mir ein Bild machen können.

Einladungsreisen ersparen den Verlagen eine Menge Geld, und es liegt ausschließlich am Journalisten,  was er damit anfängt. Ansonsten: Gönnt doch den Kollegen auch mal eine schöne Reise und hängt alle etwas tiefer.

P.S.Eine Idee finde ich allerdings  gut: Dass Journalisten am Ende ihres Artikels mitteilen, ob sie eingeladen waren.


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