Dienstag, 6. November 2012

Ich wette, Romney gewinnt die US-Wahlen

Die deutschen Medien haben sich in den letzten Wochen völlig gedreht. Bis vor kurzem war Obama, den sich angeblich 90% der Deutschen als nächsten Präsidenten wünschen, in den Medien der klare Favorit. Inzwischen liegt Romney gleichauf. Wie konnte das passieren?  Die Fernsehduelle haben Romney wahrscheinlich entscheidend nach vorne gebracht. Hier konnte sich Romney als gleichwertiger Gegner Obamas positionieren, und seitdem hören ihm die Leute zu. Vor wenigen Tagen erhielt ich als eines von 150 Millionen Linkedin-Mitgliedern von Mitt Romney folgende Botschaft:

"President Obama promised change, but he could not deliver it. I promise change, and I have a record of achieving it. This is why I am running for president. I know how to change the course the nation is on, how to get us to a balanced budget and how to build jobs and rising take-home pay. Accomplishing real change is not something I just talk about--it is something I have done. And it is what will do when I am President of the United States. If you believe we can do better, if you believe America should be on a better course, if you are tired of being tired, then I ask you to vote for real change. Paul Ryan and I will bring real change to America, from Day One."

Obama war mit "yes we can" gestartet, doch er hat nur wenige seine Versprechen durchgesetzt und die größten Schulden aller Zeiten zu verantworten. Jetzt verspricht Romney Veränderungen und viele glauben, dass er es besser kann. Dass er Mormone ist, stört in den USA niemanden. Religion ist dort Privatsache. 

Viele Europäer vergessen, dass die Wurzeln Amerikas in einer Abkehr von der Intoleranz europäischer Gesellschaften und der bis heute dominierenden staatlichen Bevormundung liegen. Deshalb sind Millionen nach Amerika ausgewandert. Die Ärmel hochzukrempeln statt zu jammern, das steckt den Amerikanern im Blut, wie man jetzt wieder nach dem Hurricane sehen kann.
Nur 10 Prozent der US-Amerikaner waren überhaupt schon einmal außerhalb ihres Landes. Europa ist für die meisten uninteressant. 
Der Spiegel sieht den "Niedergang einer großen Nation". Das halte ich für großen Blödsinn. Die USA sind nach wie vor Wirtschafts-, Technologie- und Weltmacht Nummer eins.  Die Universitäten ziehen nach wie vor weltweit die besten Studenten an. 
Dass hierzulande viele mit dem amerikanischen Pathos nichts anfängen können, heisst nicht, dass Amerika schwach ist. Die Wirtschaft schwächelt, ja das ist richtig. Und Hurricane Sandy war furchtbar, ja. Aber die extreme Flexibilität und Regenerationsfähigkeit der Unternehmen wird durch solche Situationen massiv angestoßen. Der Riese wird schon bald wieder seine Muskeln spielen lassen. Mit oder ohne Obama.

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