Montag, 12. November 2012

Gruner+Jahr: Am 21.November wird es ernst für die Wirtschaftspresse

Die FAZ hat heute einen Insiderbeitrag zur Gruner+Jahr veröffentlicht: "Den Wirtschaftsmedien droht das Aus."

Am 21. November soll verkündet werden, was aus der G+J-Wirtschaftspresse (FTD, Capital, Impulse, Börse Online) wird.

Die FAZ beruft sich auf interne Informationen. „Die Tendenz geht Richtung Schließung“,wird  "ein Manager" zitiert. Danach summiert sich die FTD-Verlust inzwischen auf 250 Millionen Euro seit Gründung, und in diesem Jahr sollen wieder zehn Millionen Miese entstanden sein. Das sieht nicht gut aus für die 350 Kolleginnen und Kollegen, die für die Wirtschaftspresse unter der Leitung von Ingrid Haas arbeiten.
Das maue Anzeigengeschäft verhagelt auch anderen Wirtschaftsmedien die Bilanz.  Offensichtlich handelt es sich um ein Branchenproblem. 
Wie können Wirtschaftsmedien überhaupt noch überleben? Ich denke auf Dauer nur, wenn sie es schaffen, jüngere Leser an sich zu binden oder ganz gezielt die ältere Zielgruppe ansprechen. Jüngere Leser kaufen sich keine Print-Titel, schon gar nicht Wirtschaftsmedien. Sie lesen nur noch im Internet.  Da das durchschnittliche Alter von Erben bei etwa 55 Jahren liegt, kann Capital als Print-Titel die zunehmende Zahl der wohlhabenden Älteren bedienen, für die aber eine andere Sprache und vor allem andere Themen gefunden werden müssen. Börse Online kann als rein digitaler Titel weiterlaufen oder Portale wie Onvista mit journalistischen Inhalten füllen. Impulse, von Nikolaus Förster sehr schön modernisiert, scheint mir ausbaufähig. Die FTD ist offensichtlich nicht verkäuflich und wird deshalb wohl zugemacht werden müssen. Journalistisch wäre das sehr schade.

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