Dienstag, 16. Oktober 2012

Plagiate

Das Internet hat viele schlechte. aber auch manche guten Seiten. Eine von letzteren ist die Fähigkeit, abgeschriebene Texte zu entlarven. Ohne das Internet hätten weder Herr von und zu Guttenberg noch Frau Sass (Stoibers Tochter), Frau Mathiopoulos oder Frau Koch-Mehrin ihren Doktortitel verloren. Und dass nun der Doktortitel der Bundesbildungsministerin im Fadenkreuz der Entlarver steht ist natürlich ein besonderer Knaller. Ich bin gespannt, ob Frau Schavan das durchsteht.
Plagiat und Urheberrecht stehen sich an vielen Stellen gegenüber. Dass auch im Journalismus viel abgeschrieben wird, ohne die Quelle zu nennen, hat fast jeder Journalist schon erlebt, wenn er seine Texte woanders wortwörtlich wieder findet. Geklagt hat dagegen noch niemand. Denn leider gibt es für abgeschriebene Geschichten und Zitate im Journalismus keinen Doktortitel, und Zitatquellen oder gar Fußnoten verlängern ja unnötig die Texte. "Copy and Paste" ist uns ja z.B. bei Microsoft Office geradezu aufgezwungen! Kopieren ist wesentlicher Bestandteil der digitalen Welt.
Wir könnten jetzt zwei Fragestellungen untersuchen: Wozu brauchen wir Doktortitel außerhalb der Wissenschaft, wo sie Voraussetzung für eine Professur sind?  Man muss kein Doktor sein, um Konzerne zu leiten. Der Chef der Telekom ist Studienabbrecher(siehe Handelsblatt von heute).
Zum anderen: Warum wird wird das Abschreiben nicht besser kontrolliert? Jeder Doktorvater könnte doch heute den Text seines Doktoranden durch ein Programm laufen lassen, das Archive nach wortgleichen Stellen durchsucht?

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