Freitag, 21. September 2012

Deutscher Journalistenpreis

Gestern abend war ich zu Gast bei der Verleihung des Deutschen Journalistenpreises in Frankfurt.
Hier die Gewinner.
Soviele Journalisten habe ich selten auf einer Gästeliste gesehen, der Preis ist also recht begehrt. Es gab über 330 Einreichungen. Insgesamt Preisgelder von 60.000 Euro, von denen ein Teil gemeinnützig gespendet wird. Unzählige Juroren sind eingebunden. Die Jurysitzungen funktionieren als Telefonkonferenzen. Urkunden gab es nicht nur für die Preisträger, sondern auch für die Nominierten. Neu für mich war das Modell "lobende Erwähnung".
Die Hälfte des Publikums musste etwa eineinhalb Stunden lang stehen, ich fand einen Nischenplatz auf der Heizung neben Staatssekretär Otto vom Bundeswirtschaftsministerium, der die ganze Zeit auf seinem Iphone Facebook-Posts versendete, inkl. Foto von der Location am Frankfurter Westhafen.
n-tv Redakteurin Corinna Wohlfeil moderierte mit Witz und Charme.
Sponsoren gab es auch eine ganze Menge, Sie durften sich auf der Bühne zu den Preisträgern stellen. Die längste Rede hielt Welt Chef-Investigativjournalist Jörg Eigendorf, der stets von seinen eigenen Worten gerührt wirkt, wenn er sich selbst zitiert ("wie ich vor einigen Tagen auf einer anderen Veranstaltung sagte"). Klaus Methfessel, Leiter der Georg von Holtzbrinck Journalistenschule wusste zu berichten, dass man am Telefon durchaus unterschiedliche Meinungen hatte. Und Euro-Chefredakteur Frank B. Werner brachte immerhin konkreten Nutzwert auf die Bühne, als er empfahl, griechische Anleihen auf Basis Schweizer Franken zu kaufen. WamS Finanzredakteur Frank Stocker, Preisträger für eine Reportage über seinen Kauf griechischer Anleihen "Enttäuscht, entrechtet, enteignet") berichtete so ganz nebenbei, dass er ganz im Gegensatz zu seiner preisgekrönten Geschichte inzwischen sogar einen Gewinn gemacht hatte.

Initiator ist mein PR-Agentur-Kollege Volker Northoff, der über sich schreibt:
Bankkaufmann (Deutsche Bank, Kiel) und Diplom-Volkswirt (Universität Bonn). Sechs Jahre Presse- und PR-Referent (Dresdner Bank, Zentrale Frankfurt), unter anderem zuständig für Börsenemissionen und den Aufbau der Pressearbeit in den neuen Bundesländern. Drei Jahre Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Leonberger Bausparkasse AG (Leonberg), verantwortlich für Pressearbeit, Mitarbeiterkommunikation, Investor Relations und Sponsoring. 1996 Agenturgründung. 


Kommentare:

  1. Hallo Herr Brunowsky,
    was ist von diesem Text zu halten? Haben Sie ihn geschrieben, weil Ihr Kollege den Preis initiiert hat? Haben Sie deswegen nicht kritisch hinterfragt, warum es "eine ganze Menge" Sponsoren gibt, die sich auf der Bühne zeigen können? Haben Sie deswegen zwar den Initiator und seine Moderatorin freundlich vorgestellt, aber nicht ein gutes Wort über einen der Gewinner oder Redner verloren?
    Schade: Hier hätten Sie sich ruhig mal kritisch mit einem von Sponsoren finanzierten Journalistenpreis auseinandersetzen können oder wenigstens mit den Gewinnerbeiträgen. Stattdessen liefern Sie uns einen Happen PR für Ihren Kollegen, noch dazu voller Ungenauigkeiten. Schade.

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  2. Liebe/r Anonym,
    danke für Ihren kritischen Kommentar.
    Vielleicht ist die Ironie meines Beitrages etwas untergegangen?

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