Mittwoch, 22. August 2012

Wenn schon so viele Chinesen mitlesen...

... dann sollte ich einmal meine unmaßgebliche Meinung zu China äußern.

Ende der neunziger Jahre war ich auf Einladung von Tetra-Pak (deren Milliarden-Erbe Rausing in London 3 Monate mit seiner toten Frau in einer Wohnung lebte, genau )  in Peking, wo noch Fahrräder den Verkehr dominiert haben. In Shanghai  beeindruckten mich Bambus-Konstruktionen im Gerüstbau bei Hochhäusern mit über 5o Stockwerken. Der 70-prozentige Schnaps im Jazzclub des Peace-Hotels war unvergesslich. In Peking aßen wir im Original Peking-Enten-Restaurant. Dort hingen über einem offenen Feuer etwa 50 mit Wasser gefüllte Enten, von denen unsere Reisegruppe dann mehrere verspeiste. Sie wurden uns von Spezialköchen je Ente in Hunderte kleiner Teile zerschnippelt . Motto: Jedes Stück muss etwas knusprige Haut, etwas Fett und etwas Fleisch haben. Ein Genuss. Ich bitte zu entschuldigen, dass mir bei meinen Reisen immer als erstes das Essen einfällt...

Und ich muss gleich anmerken, das ich zuwenig weiß, was in diesem Land vor sich geht.

Nun sind einige Jahre vergangen. Heute  geht es unserer Autoindustrie nur deshalb gut, weil wir soviel nach China exportieren. Bei der Olympiade haben die Chinesen knapp hinter den USA die meisten Goldmedaillen gewonnen. Unter 1,3 Milliarden Menschen sollten sich ja auch ein paar finden lassen... In den USA wiederum sind die besten Absolventen an den Ivy-Universitäten die  Chinesen. Ich frage mich: Was ist das für ein Volk?
Die Chinesen mochten uns Deutsche immer ganz gern, obwohl wir mit ihrem Erzfeind Japan in der Nazizeit verbündet waren. Im letzten Jahr besuchten immerhin 340 000 Chinesen Deutschland, ein Zuwachs von 31 Prozent gegenüber Vorjahr. Letztes Jahr haben wir Güter für über 80 Milliarden Euro aus China importiert und für knapp 70 Milliarden dorthin exportiert, davon ein Viertel Maschinen. Mit denen werden dann die Produkte gebaut, die uns in Europa das Leben schwer machen, ganz besonders der Solarindustrie.

Die Kopiermentalität hat sich für dieses riesige Land inzwischen ausgezahlt: Chinesen können Raumstationen und Atombomben  bauen, Autos und Solarfabriken. Es gibt nichts, was sie  nicht können, wenn sie nur wollen. In Peking gibt es eine Elite-Universität, die die allerbesten aus 1,3 Milliarden Bevölkerung  herausfiltert.

Nur der einzelne Mensch zählt anscheinend nichts. Die chinesische Führung interessiert sich nicht für Menschenrechte. Verbrecher werden in Stadien öffentlich hingerichtet - was für ein Gegensatz zur Fähigkeit, Raketen zu bauen! In Bergwerken herrschen unmenschliche Bedingungen, immer wieder stürzen Gruben ein. Hunderttausende protestieren inzwischen gegen Umweltsünden der korrupten Bezirksregierungen. Tibet und Nepal leiden unter dem Knüppel der Besatzer. Kritiker des Systems werden knallhart bekämpft. Und offensichtlich blüht die Korruption wie jüngste Nachrichten zeigen.
Die deutsche Wirtschaft redet nicht gerne darüber. Und auch die Politik hält sich vornehm zurück. Für uns und die Amerikaner  ist die Stabilität des Landes wichtiger, als die Einhaltung von demokratischen Prinzipien. Und dennoch: Auf Dauer wird sich China dem nicht entziehen können. Je reicher ein Land wird, desto mehr werden Bürgerfreiheiten verlangt. Je erfolgreicher die Wirtschaftspolitik der Parteiführung, desto mehr Freiheiten wird es geben müssen.  Aber nur, wenn wir bei allem wirtschaftlichen Interesse nicht vergessen, dies anzumahnen. Wer wie China Waren für über 1800 Milliarden Euro exportiert, ist auch abhängig vom Export. Ich hoffe. liebe chinesische Leser, Ihr habt das gelesen.  Würde mich echt freuen!




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