Freitag, 17. August 2012

Schirrmachers irrealer Tod - ein übler PR-Trick

Skandal! Skandal! Ein angeblich schwedischer Krimiautor namens Johansson lässt einen Chefredakteur sterben, der laut "Welt" Ähnlichkeiten mit dem FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher hat, weil er sich mit Themen wie Internet und alternde Gesellschaft befasst. Der Krimiautor entpuppt sich als Thomas Steinfeld,  Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung und angeblicher Feind Schirrmachers. Steinfeld gibt zu, gemeinsam mit einem Ko-Autor der Krimiautor zu sein, bestreitet aber, Schirrmacher abgebildet zu haben. Der  Chefredakteur der SZ, Kurt Kister, reagiert bislang nicht auf die Frage der "Welt" ob er von den Krimiaktivitäten Steinfelds und dessen angeblicher, fiktiver "Ermordung" Schirrmachers in dem Krimi gewusst habe. Wenn ja, so meint die Welt, wäre das ein Skandal. Denn 1971 habe das Bundesverfassungsgericht den Roman von Klaus Mann "Mephisto" verboten, in dem der Schauspieler Gustav Gründgens mit seinen Verstrickungen mit einem anderen Namen abgebildet wurde.
Und dann hat da noch der Verlag S.Fischer gelogen mit einer Lügen-Vita über den angeblichen schwedischen Autor.
Der Stern dazu:
"Neben den Autoren des Schwedenkrimis steht auch der Verlag S. Fischer in der Kritik. Schließlich hat er im Internet und im Buch eine eigene Vita um den angeblichen "Sturm"-Autor Per Johansson gestrickt - mit Foto und fiktivem Lebenslauf. Damit sei man zu weit gegangen, räumte das renommierte Verlagshaus ein."
Was lernen wir daraus: Man erfinde einen schwedischen Krimiautor und dessen Lebenslauf, weil Schweden-Krimis so erfolgreich laufen. Man nehme eine Romanfigur, deren Ähnlichkeit mit einer berühmten lebenden Person  groß ist, aber nicht groß genug, um diese Ähnlichkeit nicht bestreiten zu können. Man gibt einem Journalisten einen kleinen Fingerzeig - bevor das Buch überhaupt erschienen ist,  zu dieser Ähnlichkeit.
Mir scheint, das alles war ein abgekartetes Spiel.
Wetten, dass es in wenigen Wochen ein Spiegel-Bestseller ist?  Der eigentliche Skandal ist die zunehmende PR-Skandalisierung der Buchverlage.

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