Dienstag, 7. August 2012

Eine Wette gegen die FTD macht Wirbel

Großen Wirbel hat die Wette von Thomas Knüwer (früher mal Handelsblatt-Reporter) in seinem Blog ausgelöst:
"Hiermit biete ich eine Wette an. Wenn jemand sie eingeht – in dem Fall muss ich auf einen Klarnamen bestehen – und ich sie verliere, werde ich 100 Euro an Reporter ohne Grenzen spenden. Im Gegenzug sollte sich der andere auch verpflichtet sehen, dies zu tun, denn Wettschulden sind ja Ehrenschulden. Meine Wette also lautet: Am Ende dieses Jahres wird es die “Financial Times Deutschland” in ihrer derzeitigen Form (als fünfmal wöchentlich erscheinende Tageszeitung) nicht mehr geben."
100 Euro zu wetten. spricht eigentlich nicht dafür, dass der Autor daran glaubt, die Wette zu gewinnen. Ich habe darauf heute folgendermaßen geantwortet:
Lieber Herr Knüwer,
ich wette 200 Euro dagegen, die ich natürlich auch spenden würde. Das Problem ist nämlich nicht allein die FTD, sondern der gesamte Verlag Gruner+Jahr, der in einer strategischen Wachstumsfalle sitzt, aus der ihn Bernd Buchholz nie herausgeholt hat, weil seine Stimme bei Bertelsmann kein Gewicht hat. Verglichen zum Beispiel mit einem Gert Schulte-Hillen. Sein größter Fehler: Buchholz hat den digitalen (Wieder-) Einstieg vollkommen verpasst, während andere Großverlage dort signifikantes Geschäft voranbringen. Die Frage ist, was macht Bertelsmann mit G+J, und wahrscheinlich erfahren wir schon im September mehr darüber. Die Wirtschaftspresse ist natürlich auch unter extremem Druck angesichts der erneuten Anzeigenschwäche in diesem Jahr. Man sollte die FTD und das Handelsblatt (ähnlich wie Kölner Stadtanzeiger und Kölner Rundschau) in zwei Redaktionen getrennt laufen lassen, aber Anzeigen und Vertrieb zusammenlegen – entweder als Kooperation oder durch Erwerb. Das würde wahrscheinlich wirtschaftlich funktionieren.

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