Sonntag, 3. Juni 2012

Der WWF auf Abwegen

Heute macht die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mit einem spannenden Thema auf.
(Hier klicken zum nachlesen):
Danach gehen Anwälte der internationalen Nauturschutzstiftung WWF gegen ein kritisches Buch vor und haben - noch vor einer bislang nicht erfolgten einstweiligen Verfügung - erreicht, dass der  gesamte Buchhandel das Buch vorläufig nicht weiter ausliefert. Ein ziemlich einmaliger Vorgang. Das Buch, das dem World Wildlife Fund nicht gefällt, heisst "Schwarzbuch WWF".
Autor ist der Journalist Wilfried Huismann, der dieses Thema bereits in einem Fernsehbeitrag des WDR verarbeitet hatte. Auch gegen diese Sendung war der WWF rechtlich vorgegangen, das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Huismann kritisiert den WWF als industrienahe Organisation mit teilweise umweltproblematischen Aktionen.
Der WWF hat auch in Deutschland zahlreiche Sponsoren aus der Wirtschaft, siehe hier: WWF Unternehmenspartner.
Ich kenne den WWF ganz gut, war sogar einige Jahre im Kuratorium, nachdem ich als Capital-Chefredakteur viele Jahre gemeinsam mit dem WWF den "Ökomanager des Jahres" verliehen hatte, unter anderem auch an Michael Otto, den damaligen Chef des Otto-Versandes und heutigen Präsidenten des deutschen Ablegers des WWF.
Mein Eindruck im Kuratorium war, dass der WWF in der Tat viele Sympathien in der deutschen Wirtschaft genießt, und dass er einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, das Umweltbewusstsein in der Wirtschaft weiter zu entwickeln.
Der WWF ist die einzige Umweltorganisation, die aktiv mit der Wirtschaft kooperiert. Ein richtiger Ansatz - Aber das birgt natürlich auch die Gefahr der Abhängigkeit. Umso wichtiger ist, dass sich der WWF Kritikern stellt und mit Argumenten statt mit Anwälten reagiert. Der jetzige Vorgang gibt mir kein gutes Gefühl. Wer sich so gegen Kritiker wehrt, ist von allen guten Geistern verlassen - oder hat etwas zu verbergen.
P.S.: Zur Unternehmensgruppe Michael Ottos gehören übrigens auch die ECE-Shopping-Center, die rigoros versuchen, sich in jeder Stadt gegen den Widerstand der Bürger und des örtlichen Einzelhandels mit immer den gleichen Ketten einzunisten wie derzeit in Mainz. Mit Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung hat das nichts zu tun.
Das Buch kann man übrigens direkt beim Verlag bestellen:
Schwarzbuch WWF





1 Kommentar:

  1. Danke für den Kommentar - ich stimme zu hundert Prozent zu! Dass der Buchhandel derartig einknickt ist erschreckend! Ich werde das Buch beim Berlag ordern und hoffe, dass das viele andere auch tun werden. Allein schon aus Prinzip! Lucia Brauburger, Agentur Print und TV Mainz/Berlin, Buchautorin, Filmemacherin und PR-Expertin

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