Montag, 16. Januar 2012

Kreuzfahrten auf dem Prüfstand

Das Leben erzählt manchmal Geschichten, die sich kein Filmemacher aufregender ausdenken könnte.

Schon die Berichte über Monsterwellen, die bei mehreren Kreuzfahrtschiffen die Fenster der Kapitänsbrücke zerschmettert haben, ließen uns stutzig werden. Solche Wellen können - wie im Fall des Kreuzfahrtschiffes Bremen - die ganze Elektrik eines Schiffes lahmlegen: Am 22. Februar 2001 war die Brücke der "Bremen" von einer 35-Meter-Welle getroffen worden. Das Kreuzfahrtschiff lag eine halbe Stunde quer zu den Wellen mit immer größerer Schlagseite und manövrierunfähig im eiskalten Wasser der Antarktis und wäre gesunken, wenn es nicht einem Bordingenieur in letzter Minute gelungen wäre, den Notgenerator in Gang zu bekommen. Inzwischen wurden eine ganze Reihe solcher Unfälle diagnostiziert.

Aber das war ein kleines Kreuzfahrtschiff mit 137 Passagieren.


Jetzt kommt dieses Unglück eines 113 000 Tonnen Schiffes mit über 4200 Menschen an Bord, das alle Facetten einer Titanic hat - bis auf den offensichtlich durchgedrehten Kapitän der Costa Concordia  und dem glücklichen Umstand, dass durch die Nähe zum Ufer und den heroischen Einsatz vieler Helfer fast alle gerettet werden konnten. Kaum zu glauben, dass so ein Dampfer über Granitfelsen fährt und umkippt.

Es wird Zeit, dass man sich einmal mit der Sicherheit und den Arbeitsbedingungen auf solchen Fleischdampfern, wie man bei der Marine sagt, beschäftigt. Im Fernsehen zeigten sie die "Sicherheitsübung" einer großen italienischen Fähre im Hafen, bei der Rettungsboote klemmten und ratlose Mannschaften nicht wussten, was sie tun sollten.
Wie ist die Ausbildung? Wie die Bezahlung? Wie die Sicherheitskonstruktion? Wie werden die Rettungsboote in Schuss gehalten? Wie finden Passagiere im Notfall heraus? Müssen solche Kapitäne ähnlich wie bei Piloten durch aufwändige fachliche und psychologische Tests gehen? Wie ist die Beflaggung? Alles Billigländer? Und so weiter...
Da ist einiges zu prüfen.

Wenn die Kreuzfahrt-Reedereien ihr Geschäft bleiben wollen, dann sollten sie für sichere Schiffe sorgen. 

P.S. Mich persönlich reizt nichts an Schiffen mit 4200 Passagieren und Mannschaften , egal wohin sie fahren, ich segle lieber. Das Märchen vom Traumschiff ist für mich eher ein Albtraum. Gut essen kann ich auch an Land, und wenn ich Hafenstädte besichtigen will, dann fliege ich lieber ein paar Tage dorthin.
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1 Kommentar:

  1. Ich mache lieber einen Tagesausflug zum Tauchen mit einem kleinen Boot und damit meine zwei Tauchgänge. Dazwischen gibt es einheimische Küche (vom Kapitän gekocht) in der Kajüte und abends bin ich wieder in meinem Hotelzimmer in einem Hotel, das nicht umkippt.
    Monika Wenninger

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