Donnerstag, 5. Januar 2012

Bundespräsidenten-Kommunikation: Wulffs zehn Fehler

DeutschlandTrend zu Bundespräsident Wulff
Quelle: Tagesschau.de

Christian Wulff hat immer noch eine vernichtende Presse. Mal abgesehen von den inhaltlichen Vorwürfen: So viele Kommunikationsfehler wie er hat noch kein Politiker in so kurzer Zeit angesammelt. Ich habe einmal die wichtigsten Fehler seiner Krisenkommunikation zusammen gestellt:

  1. Falsche Aussage im Landtag ("keine geschäftliche Beziehung zu dem Unternehmer Geerkens") Lügen haben kurze Beine.
  2. Unvollständige Information zum Bank-Darlehen: Er hat was zu verbergen.
  3. Unvollständige Erfassung aller Schwachpunkte: Somit immer neue Fragen  und Vorwurf der Salamitaktik. 
  4. Keine echte Entschuldigung. Unrichtig gehandelt, nicht Unrecht begangen: Das glaubt keiner wirklich. Verstoß gegen Ministergesetz ist eindeutig.
  5. Defensives, abwartendes Verhalten statt kraftvolle Offensive. Druck wird immer stärker.
  6. Entlassung seines langjährigen Vertrauten Glaeseker noch vor dem Höhepunkt der Krise: Was war der wahre Grund?
  7. Beschimpfung der Mobilbox des Chefredakteurs der BILD-Zeitung: Trotz späterer Entschuldigung liefert Wulff ein Dokument der Hilflosigkeit und mangelnden Professionalität.
  8. ARD/ZDF-Interview: Statt 21 Minuten hätte Wulff sich einem zweistündigen Kreuzverhör stellen müssen. Er hätte dann Gelegenheit gehabt, alles auf den Tisch zu legen und Sympathien zurück zu gewinnen. Körpersprache verriet Angst (weisse Knöchel. gefaltete Hände!) und Hilflosigkeit. Die Dauerbenutzung des Wortes "man" statt "ich" zeigt dass Wulff sich wie ein Außenstehender interpretiert. Mangelndes Selbstbewußtsein und mangelnde Souveränität.
  9. Unrichtige Interpretation seines Anrufes bei BILD: Er wollte angeblich nur den Bericht aufschieben, BILD bestreitet das. Er wollte den Artikel verhindern.
  10. Kommunikation über Anwälte. Diesen Weg wählt man, wenn man bereits von allen Geistern verlassen ist.

1 Kommentar:

  1. Schade, aber als Bundespräsident untragbar. Um wenigstens etwas von einer wenig vorhandenen Stärke zu zeigen sollte Wulff zurücktreten.Damit würde er zwar sein Amt (an dem er so zu hängen scheint) verlieren, aber nicht sein Gesicht.

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