Donnerstag, 1. September 2011

Wenn sich Reiche höhere Steuern wünschen, faßt sich der Mittelständler an den Kopf

Der Besitzer des Otto-Versandes, Michael Otto, wünscht sich gemeinsam mit drei anderen Millionären in der ZEIT einen höheren Spitzensteuersatz. Er ist zwar aus dem operativen Geschäft ausgestiegen und hat sicherlich ein beträchtliches Vermögen angesammelt. Aber endlich einer von den Reichen, die sich höhere Steuern wünschen, freut sich der Journalist. Nur: Otto hat gut reden, denn es träfe nicht ihn, sondern andere.
Und schon bastelt die SPD an der Wiedereinführung einer Vermögensteuer, die einmal abgeschafft wurde, weil sich Aufwand und Ertrag neutralisieren. Und weil die großen Vermögen im Lande gehalten werden sollen.

Steuersenkungen waren versprochen, nicht Steuererhöhungen. Sie wären Gift für die Wirtschaft.Unsere Regierung verpraßt Hunderte von Milliarden für die Rettung von Banken und abgewirtschafteten Staaten, für überflüssige Behörden, Politikerpensionen und anderes. Griechenland muss sparen,um Geld von uns zu bekommen, aber warum sparen wir eigentlich nicht?

Um den heutigen Spitzensteuersatz von 42 Prozent zu erreichen, muss man kein Spitzenverdiener sein. Freiberufler, Mittelständler und selbst die besserverdienenden Facharbeiter spüren die Steuerprogression schon seit Jahren. Diese Leistungsträger der Wirtschaft werden immer staatsverdrossener, wenn sie ihre Steuerabzüge sehen. Übrigens auch die Journalisten, von denen allerdings leider keiner für Steuersenkungen kämpft, weil sie jeden Tag über Finanzkrisen schreiben müssen.

Wer als Single 3000 Euro brutto verdient, bekommt nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben netto nur noch etwa 1800 Euro ausgezahlt. Und wer als Freiberufler immer wieder Steuern nachzahlen muss, hat das Gefühl, nur noch fürs Finanzamt zu arbeiten.

Eine FAZ-Redakteurin berichtete mir neulich von der Facebook-Seite eines hessischen Finanzbeamten, der sich mit einem T-Shirt "Wir sind die Macht" öffentlich zur Schau stellte.
Endlich mal einer, der sagt was er denkt. Die Seite wurde übrigens nach einigen Stunden abgeschaltet.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen