Donnerstag, 8. September 2011

Medienkritik: Das Handelsblatt

Als IPad-Besitzer gewöhne ich mich mehr und mehr daran, statt der Printausgabe von Medien die E-Paper-Ausgabe zu lesen. Besonders gut gefällt mir hier das Handelsblatt.
Und zwar deshalb, weil ich mir zuerst das Inhaltsverzeichnis ansehen kann und  dann mit einem Klick die Einzelausgabe kaufen kann - egal wo ich bin. Damit stellt sich das Handelsblatt wie am Kiosk dem täglichen Themenwettbewerb in ganz neuer Weise. Und unter Chefredakteur Gabor Steingart wird das Blatt immer besser. Mehr Relevanz und Sachlichkeit sind eingezogen. Die richtigen Interviews zur rechten Zeit wie heute das Gespräch mit Peter Gauweiler nach dem Urteil des Verfassungsgerichts.
Die überzogene Aufgeregtheit früherer Jahre im Wettbewerb mit FAZ und FTD ist einer hellwachen Sachlichkeit gewichen. Die Kombination von Print-Ausgabe, E-Paper, Smartphone-App und der Online-Ausgabe will gut organisiert sein, aber entscheidend sind immer noch die Relevanz des täglichen Aufmachers, Geschichten die man sich merkt, Kommentare, die das Meinungsbild prägen und eine Sprache, die den Leser nicht ermüden lässt. Das Inhaltsverzeichnis ist klar strukturiert. Neue Elemente wie zur Wirtschaftsgeschichte ("Heute vor 85 Jahren") beleben den Nachrichtenfluss. Die Spiegel-Erfahrung des Chefredakteurs, den der Spiegel nicht als Chefredakteur haben wollte, schlägt sich deutlich im Blatt nieder.  Weiter so, Herr Steingart, Sie machen es richtig.

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