Sonntag, 28. August 2011

Das Dilemma der Geldanleger

Geldanleger haben es schwer in diesen Zeiten. Wer dem Bund für zehn Jahre Geld leiht, kommt derzeit auf eine Rendite von etwas mehr als zwei Prozent - vor Steuern. Bei Aktien haben sich viele die Finger verbrannt und sind vorsichtig geworden - obwohl die Dividendenrenditen großer Firmen oft höher sind als Anleiherenditen. Viele vergessen, dass solide Aktien Sachwerte  und damit durchaus langfristig interessant sind. Die meisten überschätzen allerdings ihre Kenntnisse, wie Thomas Grüner in seinem Buch "die acht größten Fallen für Geldanleger" bemerkt. Auf Spekulationen und die schnelle Mark mit einzelnen Aktien sollten sich Anleger ohnehin nicht einlassen. Gold stößt langsam an die Decke, die Kurse könnten abstürzen und Zinsen gibt es auf Gold auch nicht.  Zertifikate - auch hier gibt es keine Garantien für den Werterhalt einer Anlage. Immobilie? Auch nicht immer richtig. Wer Immobilien überteuert kauft, vernichtet ebenfalls Vermögen. Und Bargeld? Naja, die folgende Tabelle zeigt, wie viel Kaufkraft ein Geldanleger verliert, wenn er die 100 000 Euro unters Kopfkissen legt:


Bei einer
Inflationsrate von…
...verlieren Sie
 in 15 Jahren
von  100.000 € :
1 Prozent
-13.793,10 €
2 Prozent
-25.373,13 €
3 Prozent
-35.483,87 €
4 Prozent
-44.444,44 €
5 Prozent
-51.690,82 €


Man kann sich vorstellen, was die Besitzer großer Vermögen bewegt. Wer viel Geld hat, kann zwar auch leichter Geld verlieren, aber wer möchte das schon?
Geldanlagen sind leichter, wenn man die Liquidität nicht kurz- oder mittelfristig braucht. 

Private-Equity Investments, wie sie etwa die zur Harald Quandt Familie gehörende Auda ihren vermögenden Investoren anbietet (insbesondere institutionellen Investoren), bringen von allen langfristigen Geldanlagen mit die besten Renditen. Investoren geben hier Zusagen in Millionenhöhe, Auda sucht sich die besten private Equity-Fondsmanager weltweit (in letzter Zeit verstärkt in China), die das Geld abrufen können, sobald sie interessante Übernahmekandidaten unter gefunden haben. Irgendwann werden diese Unternehmen wieder verkauft und dann machen die Anleger Kasse. Die durchschnittlichen p.a.-Renditen lagen in den letzten 20 Jahre bei über 7-8 Prozent.
Versicherungen haben die größten Probleme. Sie dürfen das Geld ihrer Beitragszahler nur zu maximal 35 Prozent anders anlegen, als in Staatsanleihen. Ab 2013 müssen sie ihre Immobilienkäufe zu 25% mit Eigenkapital unterlegen. 
Immerhin: Es gibt ja auch eine gute Seite der Niedrigzinsen: Nie war Geld so billig wie heute.




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